Großer Auftritt für den Kammerjäger

 

Macho und Aufräummuffel Peter Maurer (Knud Matthießen) muss im Schnellverfahren Haushaltsführung lernen, um seine Ehe zu retten. Mit ihrer neuen Komödie bescherte die Plattdüütsche Bühne Gettorf-Lindau am Freitag 80 Zuschauern im Revensdorfer Restaurant Santorini einen urkomischen Theaterabend.

 

Von Rainer Krüger

 

 

 

 

 

Lindau

 

Im Dreiakter „Een fast perfekter Ehemann“ nach der hochdeutschen Vorlage von Jennifer Hülser stürzt Hauptfigur Peter Maurer (Knud Matthießen) überraschend in eine Ehekrise. Der Grund ist bereits zu erkennen, als der Vorhang aufgeht.

 

Inmitten von Partymüll schläft Peter auf dem Sofa. Weil er denkt, dass seine Frau Gaby (Inge Beger) für zwei Wochen eine Freundin besucht, hat er am Abend vorher tüchtig gefeiert. Doch ein Brief konfrontiert ihn mit der Wahrheit: Seine Frau hat ihn verlassen. Wenn er nicht endlich im Haushalt mithilft, wird es auch so bleiben.

 

Musikalische Vorstellung sorgt für Running Gag

 

Zum Glück hat er mit Olaf Kaiser (Hans-Otto Stender) einen Freund, der helfen will. Pech ist, dass Nachbarinnen die Situation ausnutzen. Ella Ehrlich (Ina Schersching) zieht Peter zu einer Fülle von Hilfsdiensten heran und Diana Blaukorn (Silke Reimers) will ihn schlicht seiner Frau ausspannen. Als auch noch die böse Schwiegermutter Elfriede Vierkant (Silke Ehrich) erscheint, ist es mit der Ruhe endgültig vorbei.

 

Und der überraschend auftauchende Kammerjäger Dieter Rieselkäfer (Ulli Schersching) macht das Ganze noch turbulenter. Im weißen Schutzanzug und mit Handspritze scheucht er auf der Jagd nach Floh & Co. die Anwesenden aufs Sofa.

 

Die meisten Lacher setzt es aber für seine musikalische Vorstellung. „Hast Du Ärger mit den Schaben, denn die will ja keiner haben“, singt er bei seinen Auftritten als Rieselkäfer-Eigenwerbung. Das ist jedes Mal witzig. So hat die Aufführung ihren Running Gag.

 

Lustspiel ins Plattdeutsche übersetzt

 

Insgesamt dauert es zwei unterhaltsame Stunden bis aus Peter für Gaby doch noch „Een fast perfekter Ehemann“ wird.

 

Applaus für die Premiere gab auch von Übersetzerin Benita Brunnert. Die Norderstedterin hat das Lustspiel ins Plattdeutsche übertragen. „Es ist toll, das Stück mal auf einer ganz kleinen Bühne zu sehen“, sagte sie.

 

Elf Aufführungen an drei Orten gibt es an den Wochenenden bis zum 5. April: im Restaurant Santorini in Revensdorf, im Hotel Stadt Hamburg in Gettorf und im Lindenkrug in Großkönigsförde.